Welche Rechte habe ich bei der Lieferung mangelhafter Ware?

Ein Unternehmen, das eine Sache verkauft, muss dafür einstehen, dass die Sache zum Zeitpunkt der Übergabe keinen Mangel hat. Die Frist zur Geltendmachung von Gewährleistungsansprüchen beträgt zwei Jahre nach Übergabe der Sache. Kommt ein Mangel innerhalb von sechs Monaten nach der Übergabe hervor, so wird grundsätzlich gesetzlich vermutet, dass dieser bereits bei Übergabe bestanden hat. Kann der Verkäufer in diesem Fall nicht das Gegenteil beweisen, so ist er zu Gewährleistung verpflichtet.

Ein Beispiel: Sie haben einen PC über das Internet bestellt. Nach Erhalt der Lieferung stellt sich heraus, dass der Speicher kaputt ist und der PC beim Hochfahren dauernd abstürzt. Was können Sie tun?

Zunächst haben Sie als Konsument/in die Wahl zwischen Verbesserung oder Austausch der Ware. Das Unternehmen muss in unserem Beispiel dafür sorgen, dass der gelieferte PC ohne Probleme läuft. Es muss daher entweder einen anderen PC mit funktionierendem Speicher liefern oder im gelieferten PC den Speicher austauschen.

Wenn das Unternehmen trotz Aufforderung nicht reagiert oder sein Verbesserungsversuch fehlschlägt, können Sie verlangen, dass der Kaufpreis vermindert oder der Vertrag rückgängig gemacht wird (Wandlung). Zwischen Preisminderung und Wandlung haben grundsätzlich Sie das Wahlrecht. Bei der Wandlung müssen Sie die gekaufte Ware und das Unternehmen den Kaufpreis möglichst zeitgleich zurückerstatten.

Achtung: Handelt es sich um einen geringfügigen Mangel, besteht kein Wahlrecht. In diesem Fall haben Sie lediglich ein Anrecht auf Preisminderung!

Gelingt es zwischen den Vertragspartner/innen nicht, sich über das Bestehen des Mangels oder die Art der Gewährleistung zu einigen, müssen Sie als Käufer/in diese Rechte mit einer Klage geltend machen. Haben Sie den Kaufpreis noch nicht bezahlt, können Sie sich klagen lassen und gegen die Klage entsprechende Einwände erheben. Da Gerichtsverfahren mit hohen Kosten und Risiken verbunden sind, ist es in diesem Fall empfehlenswert, sich von einer Konsumentenschutzorganisation beraten zu lassen. Eine Einigung ist meist die bessere Lösung.

Tipp: Geben Sie in so einem Fall eine Beschwerde beim Internet Ombudsmann auf. Wir beraten Sie über die konkrete, weitere Vorgehensweise!

Achtung: Wenn Sie Waren von einer Privatperson kaufen, kann diese die Gewährleistung weitgehend ausschließen. Bei einem hohen Kaufpreis ist daher zu überlegen, ob das Risiko eines Mangels tatsächlich eingegangen werden soll.

Unabhängig von der gesetzlich geregelten Gewährleistung können sich die Verkäufer/innen oder Hersteller/innen der Ware im Rahmen der Garantie freiwillig verpflichten, bestimmte Mängel innerhalb eines bestimmten Zeitraumes zu beheben. Das z.B. auch dann, wenn der Mangel erst nach der Übergabe der Ware entsteht. Ein gesetzliches Anrecht auf die Garantie gibt es nicht.

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