Wie kaufe und verkaufe ich sicher über Kleinanzeigen-Plattformen?

In der Regel finden die über Kleinanzeigen-Plattformen abgewickelten Geschäfte zwischen Privatpersonen statt. Die Betreiber/innen von Kleinanzeigen-Plattformen stellen nur den virtuellen Marktplatz zur Verfügung.. Die Geschäfte werden direkt zwischen Käufer/in und Verkäufer/in abgeschlossen.

Die Vertragspartner/innen sind im Internet praktisch anonym. Daher sollten Sie Vorsicht walten lassen und einige Grundregeln beachten, um kein Betrugsopfer zu werden. Dabei bedienen sich die Betrüger unterschiedlicher Tricks.

Der Bestellbetrug (Opfer ist Käufer/in):

Der/die vermeintliche Verkäufer/in befindet sich meist im Ausland und bittet um Vorabüberweisung per Western Union, internationaler Überweisung bzw. auch Paysafe Card oder Postanweisung. Oft handelt es sich bei den Angeboten um auffallend günstige Elektronikartikel.

Trotz der Überweisung des Geldes, bleibt die Zustellung aus. Auf Nachfrage reagiert der/die vermeintliche Verkäufer/in mit unterschiedlichen Argumenten, um das Ausbleiben zu rechtfertigen. Nach einigen Tagen beziehungsweise Wochen wird nicht mehr auf E-Mails beziehungsweise Rückfragen reagiert, da der/die vermeintliche Verkäufer/in weiß, dass Sie bei diesen Zahlungsmethoden keine Möglichkeit einer Rückbuchung haben. Dem/der Käufer/in bleibt leider nur die Möglichkeit einer Betrugsanzeige.

Der Treuhandbetrug (Opfer ist Käufer/in):

Der/die vermeintliche Verkäufer/in gibt einen Wohnsitz im Ausland, zum Beispiel England, an. Er/Sie schlägt vor, das Geschäft über ein angeblich neutrales, in Wirklichkeit aber betrügerisches, Speditionsunternehmen abwickeln zu lassen, das sowohl den Transport der Ware (meistens ein PKW aber auch zum Beispiel Schlüssel für eine Wohnungsbesichtigung) übernimmt, als auch als Treuhänder/in für die Zahlung auftreten soll.

Der versprochene Ablauf: Der/die Verkäufer/in verspricht die Ware einem Speditionsunternehmen zu übergeben, sobald der/die Käufer/in das Geld an dasselbe Speditionsunternehmen überwiesen hat. Danach soll die Ware versendet werden.

E-Mails und die Website des Speditionsunternehmens sind jedoch gefälscht, das Geld fließt direkt an den/die vermeintliche/n Verkäufer/in. Die gekaufte Ware wird nie ausgeliefert, eine Rückbuchung ist nicht möglich. Dem/der Käufer/in bleibt leider nur eine Betrugsanzeige.

Der Scheckbetrug (Opfer ist Verkäufer/in):

Auf eine ins Internet gestellte Verkaufsanzeige melden sich Interessent/innen, die meist auf Englisch oder in schlechtem Deutsch erklären, die Ware kaufen zu wollen. Bezahlen möchten sie mit einem Bankscheck, der Versand soll in ein Land außerhalb der EU erfolgen.

Als der Scheck ankommt, bemerkt der/die Verkäufer/in, dass der angegebene Betrag den vereinbarten Kaufpreis deutlich übersteigt. Die Erklärungen dafür sind unterschiedlich. Mal behaupten die Käufer/innen, dass dies der „Mindestbetrag“ für einen Scheck ist, dass sie sich verschrieben haben oder der Differenzbetrag für den Transport gedacht ist, den Freund/innen übernehmen werden.

Die Differenz soll in der Regel per Western Union bzw. Auslandsüberweisung an die Käufer/innen selbst oder den vermeintlichen Transporteur rücküberwiesen werden.  Wenn der Scheck auf der Bank hinterlegt wird, wird der Betrag zwar sofort gebucht, aber die Deckungsüberprüfung dauert einige Tage. Stellt sich der Scheck als nicht gedeckt oder gar gefälscht heraus, wird das Geld wieder vom Konto abgebucht. Dem/der Betroffenen bleibt weder das Geld des Schecks, noch der überwiesene Differenzbetrag (den er/sie den Käufer/innen zurückbezahlt hat). Schlimmstenfalls wurde in der Zwischenzeit auch noch die Ware versandt und ist nicht mehr rückrufbar.

Der Trick mit der Track-ID (Opfer ist Verkäufer/in):

Vermeintliche Interessent/innen erklären, ohne lange zu überlegen, ein zum Verkauf angebotenes Produkt zu kaufen. Nachdem der/die gutgläubige Verkäufer/in die Bankdaten bekannt gegeben hat erhält er/sie eine Benachrichtigung von der (vermeintlichen) Bank der Käufer/innen: Die Überweisung sei bereits in Auftrag gegeben worden. Bevor das Geld an die Bank des/der Verkäufers/in weitergeleitet werden kann, muss die Käufer/innen-Bank, „zum Schutz beider Seiten“ die Track-ID beziehungsweise einen Versandbeleg erhalten. Der Versand soll meist in ein Land außerhalb der EU (meist Senegal oder Nigeria) erfolgen. Nach Versand der Ware und Weitergabe des Versandbelegs bricht der Kontakt plötzlich ab und das Geld kommt nie bei dem/der Verkäufer/in an. Die E-Mails der Käufer/innen-Bank waren gefälscht, die Ware ist weg.

Tipps zum sicheren Kaufen bei Kleinanzeigenplattformen:

  • Bei Verkäufern aus dem Ausland und Überweisungen ins Ausland ist besondere Vorsicht geboten, vor allem wenn bei der Artikelbeschreibung eigentlich Österreich als Standort angegeben ist.
  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Angebote offensichtlich zu günstig erscheinen.
  • Bei größeren Beträgen den Kauf am besten über ein selbst ausgewähltes Treuhandunternehmen abwickeln.
  • Nehmen Sie vom Kauf Abstand wenn Verkäufer/innen sich bei der Kaufabwicklung einer anderen Sprache als in der Anzeige bedienen oder ihre Nachrichten offenbar von einer automatischen Übersetzungssoftware übersetzt wurden.
  • Möglichst sichere Zahlungs-/Versandoption wählen (zum Beispiel per Nachnahme). Von Bargeldtransfers wie Western Union, Scheck, Paysafe Card oder Postanweisung ist abzuraten. Diese Services werden oft von Betrüger/innen missbraucht, da die Zahlungen nicht rückverfolgbar sind: Die Zahlungsempfänger/innen können das Geld anonym abheben!
  • Im Idealfall kontrollieren sie die Ware persönlich und bezahlen bei der Abholung.

Tipps zum sicheren Verkaufen bei Kleinanzeigenplattformen:

  • Versenden Sie die Ware erst, wenn der vereinbarte Kaufpreis Ihrem Konto gutgeschrieben wurde. Warten Sie bei Schecks die Deckungsprüfung durch Ihre Bank ab beziehungsweise akzeptieren Sie überhaupt keine Bezahlung mittels Scheck. Bei Zahlungen mittels Paypal, vertrauen Sie nicht auf Zahlungsbestätigungen per E-Mail (diese können gefälscht sein), sondern überprüfen Sie direkt in Ihrem Konto, ob die Zahlung erfolgreich eingegangen ist.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Käufer/innen mehr zahlen wollen, als ursprünglich vereinbart. Gleiches gilt, wenn die Käufer/innen nicht von der von Ihnen konkret angebotenen Ware sprechen, sondern bloß die Worte „Sache“, „Ware“, „Produkt“ oder „item“ verwendet.
  • Bei Verkäufen ins Ausland ist besondere Vorsicht geboten.

Weiterführende Informationen: Sicherheitstipps von willhaben.at zur sicheren Nutzung von Kleinanzeigen-Plattformen (jetzt mit Sicherheitsquiz).

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