Internet-Abzocke mit vermeintlichen "Gratis"-Angeboten: Muss ich zahlen?

Der Trick ist meist ähnlich: Attraktiv gestaltete Websites bieten auf den ersten Blick kostenlose Rezepte, Downloads, Tattoovorlagen, Gedichte, Lebensprognosen etc. an. Die Kostenhinweise werden von den Abzockefirmen mehr oder weniger versteckt. In der Hektik, mit der die meisten Menschen Internetseiten überfliegen, übersehen sie oft diese Preisangaben. Einige Wochen später folgt die böse Überraschung: Eine Rechnung flattert ins Haus und für den Fall, dass die Zahlung abgelehnt wird, wird sofort mit Inkassobüro und Rechtsanwält/innen gedroht. Viele lassen sich von den Drohungen einschüchtern und bezahlen – unnötigerweise – die Rechnung.

Erklärvideo zum Thema Abo-Fallen

Alternativ können Sie das Video auch auf unserem Vimeo-Kanal anschauen.

Was tun, wenn Sie in eine Abzockfalle getappt sind?

1.    Nicht einschüchtern lassen. In der Regel besteht kein Anspruch der unseriösen Firma auf Zahlung.
2.    Lassen Sie sich vom Internet Ombudsmann zu Ihrem konkreten Fall beraten.
3.    Senden Sie den vom Internet Ombudsmann bereitgestellten Musterbrief Rücktritt Gratisangebote eingeschrieben an das Unternehmen. Sie können alle angeführten rechtlichen Argumente im Musterbrief unverändert übernehmen und müssen keine auswählen. Heben Sie den Aufgabeschein und eine Kopie des Schreibens gut auf.
4.    Ignorieren Sie alle weiteren Zahlungsaufforderungen und Drohungen der Abzocke-Firmen.

Wie kann ich mich vor Internet-Betrug schützen?

Auch im Internet hat niemand etwas zu verschenken. Seien Sie daher besonders kritisch gegenüber angeblich kostenlosen Angeboten! Der Internet Ombudsmann führt eine Watchlist, in der alle dem Ombudsmann bekannten Internet-Abzockseiten aufgelistet sind. Leider tauchen fast täglich neue "Gratis"-Fallen im Internet auf. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei "Gratis"-Angeboten höchstwahrscheinlich um Abzockseiten handelt, wenn die meisten der folgenden Kriterien zutreffen:

•    Informationen über Kosten sind mehr oder weniger versteckt.
•    Die versprochenen Leistungen sind so gut wie gar nicht beschrieben.
•    Sie müssen Ihre persönlichen Daten (Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum et cetera) bekannt geben. Sie wurden durch Werbung (z.B. auf sozialen Netzwerken) auf die Website gelockt.
•    Sie müssen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) beziehungsweise Teilnahmebedingungen mit einem "Hakerl" akzeptieren, obwohl es sich auf den ersten Blick um ein kostenloses Angebot handelt.
•    Die Anbieter/innen von Abzockseiten werben mit Gewinnspielen, um Sie zur Registrierung zu bewegen.

Generell gilt: Verlangt ein Onlineanbieter die Postanschrift, kontrollieren Sie nochmals alle Angaben des Angebotes (AGB, Seitenleiste, Fußnoten et cetera), um sicherzustellen, dass es wirklich kostenlos ist.

Schutzprogramme: Es gibt auch verschiedene Schutzprogramme, die eine Warnmeldung beim Besuch einer Internetabzocke-Seite einblenden. Einige der am häufigsten verwendeten Programme sind der Computer Bild-Abzock-Schutz und WOT (Web of Trust).

Weitere Informationen:

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