14. März 2017

Achtung Abo-Falle: Routenplaner drohen jetzt mit Pfändung

Anbieter von angeblich kostenpflichtigen Routenplanern verlangen für die Nutzung des Angebots unrechtmäßig 500 Euro. Wer die Summe nicht bezahlt, erhält per E-Mail eine "Terminbekanntgabe der Pfändung Ihrer Wertgegenstände". Die E-Mail kann ignoriert werden, denn die Forderung ist unrechtmäßig.

Ohne Registrierung geht es nicht: Um die Angebote und „kostenlosen“ Gewinnspiele von Internetseiten wie „routenplaner-maps.online“, „maps-routenplaner.online“ oder „gps-routenplaner.net“ nutzen zu können, ist zuerst eine Registrierung notwendig, bei der man seine eigene E-Mail-Adresse bekannt geben und die Nutzungsbedingungen akzeptieren muss. Kaum zu sehen ist der Hinweis auf die Kosten: 500 Euro für 24 Monate. Kurze Zeit nach der Registrierung erhält man eine Rechnung über die 500 Euro. Wird diese Rechnung nicht bezahlt folgen Mahnungen, Anwaltsschreiben und aktuell auch Ankündigungen zur Pfändung der persönlichen Wertgegenstände. Abwenden lässt sich die Pfändung angeblich nur durch die Zahlung eines hohen Geldbetrages z. B. in Form von Amazon-Gutscheinen.

Keine Zahlungspflicht!

Pfändungsandrohungen derartiger Anbieter sind zu ignorieren, wenn folgende Umstände vorliegen:

    Ein gültiger Vertrag setzt eine Einigung über die Dienstleistung und den Preis voraus. Im Fall dieser Routenplaner ist der Kostenhinweis jedoch versteckt. Das steht einer Einigung im Wege.

    Das Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz („FAGG“) setzt voraus, dass ein entgeltlicher Vertrag im Internet nur dann zustande kommen kann, wenn alle wesentlichen Informationen direkt oberhalb der Schaltfläche „zahlungspflichtig bestellen“ (oder gleichartig beschriftet) zusammengefasst sind. Dazu gehören neben der genauen Kostenaufgliederung auch eine kurze Beschreibung des Angebots und bei Aboverträgen auch die Laufzeiten und Kündigungsfristen. Die Internetseiten dieser Routenplaner erfüllen diese Voraussetzung nicht. Aus diesem Grund sind Konsumentinnen und Konsumenten nicht verpflichtet, zu zahlen.

    Die Bewerbung eines kostenlosen Gewinnspiels kann zu keiner 24-monatigen Mitgliedschaft um 500 Euro führen. Das ist irreführend und berechtigt zur Wandlung eines allfälligen Vertrags.

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