15. März 2018

Warnung vor gefährlicher Werbung am Weltverbrauchertag

Unseriöse Anbieter werben auf Soziale Netzwerke mit Gutscheine für Lebensmittelhändler, Markenfälschungen oder Kosmetika. Die Werbung hält nicht was sie verspricht und kann für Konsumenten in Folge sogar Gefahren bergen. Diese Problematik ist das Schwerpunktthema des Internationalen Monats zur Betrugsbekämpfung März 2018 ("ICPEN Fraud Prevention Month"). Anlässlich des heutigen Weltverbrauchertags erklären wir Ihnen, worin die Gefahren bestehen, woran Sie die unseriösen Angebote erkennen und wie Sie sich vor ihnen schützen können.

Fake-Gewinnspiele

Auf Sozialen Netzwerken findet sich Werbung für kostenlose Wertgutscheine von Lebensmittelhändlern, wie zum Beispiel Billa, Lidl oder Spar. Konsumenten sollen an einem Gewinnspiel teilnehmen, damit sie diesen erhalten. Den in Aussicht gestellten Wertgutschein gibt es dafür nicht. Vielmehr besteht die Gefahr, dass Konsumenten einen ungewollten Vertrag abschließen, den ihr Mobilfunkanbieter verrechnet. Das erfahren sie über eine SMS, die sie über die anfallenden Vertragskosten informiert.

Wie schützen Sie sich vor Fake-Gewinnspielen?

Grundsätzlich ist es am besten, wenn Sie sich vor einer Gewinnspielteilnahme darüber informieren, wer es durchführt. Dazu sehen Sie im Impressum, im „Über uns“- oder im Kontakt-Bereich der Website nach. Finden Sie keine Angaben zum Gewinnspielbetreiber ist das bereits ein deutlicher Hinweis auf mangelnde Seriosität. In diesem Fall nehmen Sie nicht an dem Gewinnspiel teil. Finden Sie Angaben zum Gewinnspielbetreiber, informieren Sie sich mit einer Internetsuche darüber, was andere über diesen sagen. Sind die Meinungen von Konsumenten überwiegend negativ, verlassen Sie die Website und geben keine Daten bekannt.

Markenfälschungen aus dem Internet

Produktpiraten werben mit günstigen Markenprodukten. Konsumenten, die sich für die Angebote interessieren, kommen zu einem professionell gestalteten Online-Shop. Er vertreibt Markenfälschungen. Käufer, die diese bestellen, müssen mit erheblichen Nachteilen rechnen: Die Verrechnung der Ware erfolgt in einer Fremdwährung, was zu Zusatzkosten führt. Der Zoll kann die bestellte Ware beschlagnahmen und, falls kein Widerspruch erfolgt, vernichten. Kommt das eingekaufte Produkt an, entspricht es nicht der tatsächlichen Bestellung. Die Möglichkeit, dass Käufer ihre Rechte gegenüber den Shop-Betreibern durchsetzen, gibt es nicht. Zu guter Letzt können die Rechteinhaber gerichtlich gegen die Käufer von Markenfälschungen vorgehen.

Woran erkennen Sie Markenfälscher?

Online-Shops, die Markenfälschungen verkaufen, weisen typische Merkmale auf: Sie bieten jedes Produkt – zumeist auch überall vergriffene Ware – zu günstigen Preisen und stark rabattiert an. Angaben darüber, wer den Online-Shop betreibt, gibt es nicht. Felder, wie Über uns, Kontaktiere uns oder Impressum, führen auf eine Seite, die über keine näheren Angaben zum Shop-Betreiber verfügt. Die Informationen und Angaben der Markenfälscher sind zum Teil auf Englisch oder in sehr schlechtem Deutsch verfasst. Hinweise auf zwingende gesetzlichen Bestimmungen, wie zum Beispiel das Rücktrittsrecht, gibt es nicht. Erkennen Sie bei einem Online-Shop diese Auffälligkeiten, ist es sinnvoll, wenn Sie ihn verlassen und bei einem anderem Anbieter einkaufen.

Abo-Fallen mit Kosmetika

Nutzer sehen Werbung für Kosmetika auf Sozialen Netzwerken. Sie interessieren sich für diese und rufen die genannte Website auf. Weiterführenden Angaben zum Produkt können sie erst sehen, wenn sie ihre persönlichen Daten bekannt geben. Die Bekanntgabe der Daten führt angeblich bereits zu einem gültigen Vertrag und zu einer Warenlieferung. Konsumenten erhalten monatlich die Ware und sollen für diese bezahlen, obwohl sie dem niemals zugestimmt haben. Eine Zahlungspflicht besteht nicht, denn die Abo-Fallen-Betreiber verstoßen gegen die sogenannte Button-Lösung. Sie sieht vor, dass die Schaltfläche, die zur entgeltlichen Bestellung führt, mit den Worten „Zahlungspflichtig bestellen“ oder einer anderen eindeutigen Formulierung gekennzeichnet sein muss. Andernfalls gibt es keinen Grund dafür, die geforderte Summe zu bezahlen.

Sie sind in die Falle getappt?

Wenn Sie ohne Vertragsabschluss Waren erhalten und diese bezahlen sollen, weisen Sie das Unternehmen daraufhin, dass Sie niemals eine Bestellung aufgegeben haben. Lassen Sie sich ein Rücksendeetikett zusenden und retournieren Sie die Kosmetika. Weigert sich das Unternehmen, der Aufforderung nachzukommen, können Sie die Ware behalten. Die Rechnung dafür müssen Sie nicht bezahlen.
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